“Männer müssen schnarchen, um ihre Frauen vor den wilden Tieren zu schützen.” Mit diesem Zitat endete Doris Dörrie’s Blockbuster “Männer”, der Heiner Lauterbachs Kinokarriere gründete.

Weitere Vorteile hat aber noch keiner im nächtlichen Sägen erkannt, und nicht wenige Frauen erkennen nach langen Jahren der Sicherheit vor wilden Tieren, dass die ungestörte Nachtruhe eventuell noch erholsamer wäre als die von der Evolution schon längst anullierte Gefahr eines Überfalls durch Säbelzahntiger. Dann beginnen sie, über Hausmittel nachzudenken und die potentiellen Segnungen der Chirurgie zu evaluieren.

Schnalzen mit der Zunge ist der Anfang, aber mit der Zeit steigt der Frust und es fallen die Hemmungen – der Maßnahmenkatalog eskaliert zusehends: Püffe mit dem Ellenbogen, eine zugeklemmte Nase oder ein Tritt ans Schienbein folgen. Der Erfolg dieser Mittel gegen Schnarchen bleibt meist endlich, weil ein notorischer Schnarcher bei etwas Übung in jeder Lage schnarchen kann. Typisch Mann!

Ein paar Dinge kann man aber schon gegen das Schnarchen unternehmen: Gewicht abnehmen, vor dem Einschlafen keinen Alkohol trinken, in der Seitenlage oder auf dem Bauch schlafen.

Gott sei Dank hilft hier wie auch sonst überall ein wenig Elektronik, um Menschen von unangenehmen Tätigkeiten zu entlasten und zu automatisieren, was automatisierbar ist: Wer schnarcht, lässt sein Gaumensegel im Wind des Atemstroms flattern. Unabsichtlich, aber lautstark. Ein kleines Kasterl am Bettrand registriert das Schnarchgeräusch und sekkiert den Schläfer so lange, bis er die Stellung wechselt und das Gaumensegel in die Ruhelage zurückfällt. Im besten Fall merkt der Schlafpatient davon nichts.

Manchmal erwacht der Schläfer von der Lautstärke der eigenen Geräuschkulisse und schläft wegen der daraufhin abrupt eintretenden Ruhe auch gleich wieder ein, ohne die Ursache wahrzunehmen. Einziges Resultat am Morgen nach einer durchgeschnarchten Nacht ist eine bleierne Müdigkeit, wie es eben nach jeder anstrengende Tätigkeit zu erwarten ist. Diese Schlafstörung kann aufs Herz gehen und der Gesundheit schaden, wenn’s chronisch wird.

Medizinisch betrachtet ist Schnarchen gar kein so vernachlässigbares Risiko für die Gesundheit: Eine Studie der Semmelweis-Universität in Budapest stellte ein um 34 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko fest, weiters die um 67 Prozent erhöhte Neigung zu Schlaganfällen.

Aus medizinischer Sicht ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Schlafapnoe, das sind zu Sauerstoffmangel im Gehirn führende kurzfristige Atemaussetzer, die auch mit Schnarchen verbunden sein können. Auch bei diesem Leiden ist es mit der Erholsamkeit des Schlafes nicht weit her. Hausmittel helfen meist nicht, sondern nur mehr ärztlicher Rat. Gerne wird hier zur Operation geraten.

Aber auch “altmodische” Methoden wie eine Kiefer-Protrusionsschiene oder eine Vorhofschiene halten Schlafforscher trotz ihres “Low-Tech”-Äußeren für recht wirksam.